malerei skulptur installation fotografie

Michael
Bach

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  • Vita

     

    1953
    in Sehma, Erzgebirge geboren
    lebt und arbeitet in Düsseldorf

     

    von 1975 bis 1983
    Studium an der Kunstakademie Düsseldorf

     

    1975-79
    bei Norbert Tadeusz, Abtlg. Münster

     

    1979-1983
    bei Gerhard Richter, Meisterschüler

     

    1981/2
    Zivildienst

     

     

    Sonstiges

     

    1986
    Aufenthalt im "Centro Tedesco di Studi Veneziani", Venedig

     

    1991
    Landschaften, Edition Kunstring Folkwang Essen (Bach, Bustamante, Gursky, Honert, van Ofen, Schön)

     

    1995
    Lectures Rijksakademie Amsterdam

     

    Gastprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach

     

    2001 - 2005
    Lehrauftrag für Malerei an der KHB Berlin-Weißensee

     

     

    Ausstellungen

     

    Einzelausstellungen

     

    1982
    Galerie Rüdiger Schöttle, München (mit Ludger Gerdes)

     

    1984
    Galerie Rüdiger Schöttle, München
    Galerie Johnen & Schöttle, Köln

     

    1986
    Galerie Johnen & Schöttle, Köln

     

    1988
    A.P.A.C, Nevers, Frankreich (Katalog)

     

    1989
    Galerie Johnen & Schöttle, Köln

     

    1990
    Galerie Ulla Klot, Hamburg
    Galerie Rüdiger Schöttle, Köln (mit Candida Höfer)

     

    1991
    Neuer Aachener Kunstverein, Aachen
    Galerie Tabea Langenkamp, Düsseldorf

     

    1992
    Galerie Schütz, Frankfurt
    Galerie Bach & Gayk, Bochum (mit Eberhard Knauber)

     

    1993
    Galerie Tabea Langenkamp, Düsseldorf
    „Critical Distance“, Ado Gallery/Luk Lambrecht, Antwerpen, Belgien (Katalog)
    Galerie Johnen & Schöttle, Köln

     

    1994
    Gilmour Gallery, London, GB
    Galerie Schütz, Frankfurt/Main
    Galerie Patrick De Brock, Knokke, Belgien

     

    1995
    Kunstverein Bremerhaven, Bremerhaven
    Kornhäuschen, Aschaffenburg
    Galerie Bach & Gayk, Bochum (mit Caroline von Grone)

     

    1996
    Galerie Tabea Langenkamp, Düsseldorf
    Kunstverein Eislingen, Eislingen
    Galerie Rüdiger Schöttle, München (mit Stepanek & Maslin)

     

    1997
    Castello di Rivara, Rivara/Turin, Italien
    Galerie Schütz, Frankfurt/Main

     

    1998
    Galerie Wolfram Bach, Düsseldorf
    Andrew Mummery Gallery, London, GB (mit Carol Rhodes)

     

    1999
    Galerie Jette Rudolph, Berlin (mit Degenhard Andrulat)
    Leo Koenig Incorporated, New York, USA

     

    2000
    Galerie Heinz-Martin Weigand, Ettlingen – Karlsruhe
    Galerie Schütz, Frankfurt/Main (mit Etsuko Watanabe)
    2001
    Galerie Jette Rudolph, Berlin (mit Degenhard Andrulat)

     

    2002
    Galerie Heinz-Martin Weigand, Ettlingen – Karlsruhe
    Galerie Jette Rudolph, Berlin

     

    2003
    Galerie Felix Ringel, Düsseldorf
    Galerie Angela Cerny & Ronald Puff, Wiesbaden

     

    2005
    Galerie Heinz Weigand, Karlsruhe

     

    2007
    Galerie Angela Cerny & Ronald Puff, Wiesbaden
    Galerie Ruth Leuchter, Düsseldorf

     

    2008
    Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt (Katalog)
    Galerie Heinz-Martin Weigand, Düsseldorf

     

    2009
    „Essential Gothic Mix“, Galerie Ruth Leuchter, Düsseldorf

     

    2011
    „It’s a Jolly Holiday with Lesley“, Galerie Heinz-Martin Weigand, Ettlingen-Karlsruhe

     

    2012
    „Visual Inspection“ Galerie Cerny + Partner, Wiesbaden

     

    2013
    Michael Bach und Hans Scheib: „Neue Skulpturen und Bilder“, Galerie Cerny + Partner,Wiesbaden

     

    Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

     

    2006
    „President’s XI“, Galerie Ruth Leuchter, Düsseldorf
    „Michael Bach, Simon Hemmer, Andreas Schön“, Avantgart, Heimbach

     

    2007
    „Neue Malerei“ aus der Sammlung Frieder Burda, Baden Baden
    Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd

     

    2009
    „Perspektive Landschaft“ Schloß Achberg, Kultur im Landkreis Ravensburg (K)
    „Broken Vision“, Kunstverein Mannheim (K)
    „Topoi“ , Galerie Heinz-Martin Weigand, Ettlingen-Karlsruhe

     

    2010
    „Perspektive Landschaft“ Kunstverein Augsburg
    „Die Bilder tun was mit mir …“ Museum Frieder Burda, Baden-Baden (K)
    „Home Run” Architekturmuseum der TU Berlin

     

    2011
    „Motiv:Architektur“ Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
    „Michael Bach / Dirk + Maik Löbbert“ dok25a, Düsseldorf
    „New German Figuration“ AKI Gallery, Taipei, Taiwan
    „Seewerk 2011“ Das Seewerk, Moers

     

    2012
    „Facing Reality 2012 – Eye On“ AKI Gallery, Taipei, Taiwan
    „Michael Bach, Christian Hahn, INDRA.“ Galerie Ruth Leuchter, Düsseldorf

     

    2013
    „Symbiosis“ AKI Gallery, Taipei, Taiwan
    „Stadt in Sicht“ Museum Ostwall im Dortmunder U, Dortmund
    „Wahlverwandtschaften“ Aktuelle Malerei und Zeichnung aus dem Museum Frieder Burda im Museum Franz Gertsch, Burgdorf, Schweiz

     

    2015
    „Living on False Hopes and Lies“, Kunstverein Neckar-Odenwald e. V.

     

    2016
    „Autoreflexive Malerei“, STUDIO MICHAEL ROYEN, Vettelschoß
     

     

     

    Martin Stather
    Bestandsaufnahme

     

    Das Thema Landschaft hat in der Kunst wohl jeweils am deutlichsten den aktuellen Stand vor allem der Malerei wiedergegeben. Landschaft meint zunächst einmal nicht per se „Natur“ sondern die Darstellung einer Konstruktion von Natur. Was wir auf einem Landschaftsgemälde sehen, zunächst einmal unabhängig davon ob es ein Seestück, ein Landstück oder eine urbane Landschaft meint, ist die Verdichtung dessen, was der Maler sieht und als bildwürdig erachtet. Seit das Bildthema sich im frühen 16. Jahrhundert von der Fixierung auf biblische Sujets zu lösen beginnt und zum autonomen Bildgegenstand wird, hat die Landschaftsdarstellung immer einen zentralen Platz in der Kunstgeschichte besetzt. Insbesondere die Romantik hat unser Landschaftsbild nachhaltig und bis heute fortwirkend geprägt, aber auch der Realismus Courbets und nicht zuletzt Impressionismus und Expressionismus.

     

    Schon bald nach Erfindung der Fotografie wurde diese ganz selbstverständlich von den Künstlern genutzt, um den eigenen Blick zu verobjektivieren – scheinbar, wie wir heute wissen, da die Kamera das, was der Mensch sieht, nicht auf die gleiche Art und Weise wiedergibt. Was heute kaum noch nachzuvollziehen ist, ist die Tatsache, daß die jeweilige malerische Abhandlung der Landschaft dabei regelmäßig starke Ablehnung von Seiten des Publikums erfahren hat. Der Mensch hängt am Gewohnten und Künstler zu allen Zeiten haben das Bild der Landschaft zeitgenössisch interpretiert, aus ihrer Zeit heraus einen neuen Blick auf die Landschaft gewagt. Auch Michael Bachs Arbeiten interpretieren malerisch die Art und Weise, wie wir heute Landschaft wahrnehmen. Es sind Stadtlandschaften, die auf den ersten Blick oft wie Bildpostkarten wirken – meist ist ein Gebäude oder Gebäudekomplex ins Zentrum gerückt, dann wieder sehen wir den Stadtprospekt von schräg oben wie aus einem Wolkenkratzer oder aus dem Flugzeug. Vielfach wird dabei der Blick weiter in die Tiefe gelenkt.

     

    Man könnte bei Bach vielleicht eine dokumentarische Ader vermuten, die Veränderungen im Stadtbild aufspürt und für die Nachwelt festhält – die Fotografie könnte dies jedoch besser. Bachs Bildwirklichkeit liegt jedoch anderswo. Aber die Fotografie ist auch Anlaß, zunächst einmal über den gewählten Ausschnitt nachzudenken, den dieser ist niemals wahllos sondern sucht ganz dezidiert Motive, die bildnerischen Bestand haben. Die Fotografie dient hier, gänzlich anders als im 19. Jahrhundert, dazu, eine Skizze des Gesehenen festzuhalten, um sich danach sofort davon zu entfernen. Die Fotografie entzaubert das Gesehene, die Malerei läßt die Dinge in einer eigenen Welt neu erstehen. Die Umsetzung des Motivs in Malerei enthüllt die spezifischen Qualitäten des gemalten Bildes; Duktus, Farbwahl und einen scheinbaren Realismus, der von der Oberfläche jedoch in die Tiefe der Malerei führt. Manchmal fühlt man sich vor Bachs Bildern wie in einem Panorama des späten 19. Jahrhunderts – alles wirkt unbelebt, konstruiert und läßt einen vor der Macht einer den Betrachter umgebenden Malerei erschauern. Bach setzt dabei Licht und Farbigkeit als Stimmungsträger so ein, daß der Betrachter in ein Wechselbad der Gefühle getaucht wird. Vom frühmorgendlichen Licht bis hin zum glutvollen Sonnenuntergang findet sich fast alles in seinem Repertoire und schreitet man die Reihe der Bilder ab, beschleicht einen ein ungutes Gefühl, es könnte sich eventuell um eine Bestandsaufnahme der menschlichen Architektur der Welt in ausgewählten Beispielen nach einem flächendeckenden Einsatz der Neutronenbombe handeln. Menschen spielen in diesen Stadtlandschaften keine Rolle, sie sind vollkommen ausgeblendet. Natürlich sind sie präsent, in der Architektur, aber nun scheint diese urplötzlich vollkommen sinnlos geworden zu sein im Moment, da ihre Erbauer und Bewohner verschwunden sind. Architektur wird zum Zeichen, zum Relikt, das nurmehr für sich selbst steht. Skulptural wirken die Gebäude, plötzlich fremdartig und abweisend. Schlagartig ist jeglicher Sinnzusammenhang zerstört und ohne Menschen tritt uns die von Menschen erbaute und gestaltete Welt beinahe feindselig gegenüber. Was vorher schön war, wird monströs und wir warten auf den Einsturz gebauter Illusion. Bachs Bilder könnten tatsächlich Postkartenmotive abgeben, gesammelt von Besuchern fremder Welten, die sich ein Bild von der Erde machen möchten. In den Papierarbeiten treten diese Qualitäten möglicherweise noch deutlicher zutage. Mit dem Filzmarker auf Papier gebracht, vermitteln sie Bilder, die vor unseren Augen zu verschwinden scheinen, wie verwackelte Amateur-Super-8-Streifen oder wie von einem Fernsehbild, das schlecht eingestellt ist. Das Gefühl der Fremdheit jedoch ist ein ähnliches. Wir aber machen uns ein Bild vom Stand der Malerei, die noch lange nicht so tot ist, wie man uns glauben machen will.

     

    Nicht daß Michael Bach keine Menschen malt. Im Gegenteil. In den Papierarbeiten tauchen sie wieder auf, in prototypischen Posen, etwa beim Betrachten des Selbst und der Kunst („PS 1“) oder beim Mobiltelefonieren („Mob“). Wie Schatten ihrer selbst stehen sie da und sind möglicherweise wie eine Fata Morgana gleich wieder weg. Anders in den Porträts. Im Porträt erwarten wir zu einem gewissen Maß Ähnlichkeit mit dem Dargestellten (wie bei den Landschaften also). Natürlich weiß man aus der Geschichte, daß dieser Anspruch des oder der Porträtierten vom Maler nicht immer den Erwartungen gemäß erfüllt wurde, denkt man etwa an Rembrandts „Nachtwache“, die bei den Auftraggebern einen Sturm der Entrüstung hervorrief und den Maler auf seinem Bild sitzenließ. Immer wird der Künstler versuchen, seine Sicht der Welt und der Person auf dem Bild in Einklang zu bringen und so zeigt Michael Bach die Dargestellten in Situationen, die für sie charakteristisch sind. Intimität kennzeichnet diese Bilder, genaues Kennen der Person und ihres Umfeldes verraten die Bilder, ein Eintauchen in die Person, voller Konzentration und Anteilnahme. Auch hier, wo die Bilder eine ganz andere Facette der Malerei Bachs zeigen, sehen wir eine radikal zeitgenössische Konstruktion von Malerei, mit dem Wissen um den Ballast der Kunstgeschichte, die dennoch Neues hervorbringt.

     

    Bachs Malerei als Querschläger zur kybernetischen Erklärung der Welt setzt auf das konzentrierte visuelle Erlebnis. Einer Reizüberflutung durch Bilder setzt er einzelne Stills entgegen, die nachhaltige Wirkung zeigen. Sein scheinbarer Realismus beschreibt eine zeitgenössische Form der Wahrnehmung, die en passant Bilder speichert, und untergräbt sie gleichzeitig, indem er den Blick auf das Wesentliche lenkt: die Malerei. Wenn die Malerei in der Lage ist, unser Verhältnis zu dieser Welt zu klären, dann trägt Michael Bach mit seiner Kunst dazu auf besonders beeindruckende Art und Weise bei.